28th Koblenz International Guitar Festival & Academy | 24. Mai – 1. Juni 2020

Pressespiegel 2005


Pfingstseminar Koblenz 2005

Ein Bericht von Thérèse Wassily Saba, Classical Guitar Magazine, December 2005

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Gitarren-Mekka: Koblenz Guitar Festival 2005

Ralph Herrnkind (Text und Fotos), Akustik Gitarre 5/2005, September/Oktober 2005, Mit freundlicher Genehmigung der Akustik Gitarre

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Erster Preis für Vladimir Gorbach

Rhein-Zeitung vom 21. Mai 2005

Mit der Siegerehrung im Rathaussaal ist der internationale Wettbewerb im Rahmen des "Koblenz Guitar Festivals" zu Ende gegangen. Der erste Preis, eine Meistergitarre des Instrumentenbauers Michael Wichmann aus Hamburg, ging an Vladimir Gorbach aus Russland, der dritte Preis an Agnes Condamin aus Frankreich. Der zweite Preis wurde nicht vergeben.


Geheimnisvolle Klangwelt

Christiane Hausding, Rhein-Zeitung vom 18. Mai 2005

Noch einmal Klassik beim IPS: Manuel Barrueco mit Kammerorchester

KOBLENZ. Sobald Gitarrist Manuel Barrueco eine Saite seiner Gitarre zum Klingen bringt, passiert es: Der Ton breitet sich im Raum aus, gewinnt dabei immer mehr an Volumen, um den Zuhörer schließlich von allen Seiten sanft einzuhüllen. Man meint, den Ton auf der Haut zu spüren. Ein ganzes Netz von Klängen spannte Manuel Barrueco jetzt im voll besetzten Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle.

Dort konzertierte der gebürtige Kubaner im Rahmen des "Koblenz Guitar Festivals" gemeinsam mit dem Kammerorchester der Rheinischen Philharmonie unter der Leitung von Rasmus Baumann.

Meditativ und voll auf Klang ausgelegt ist Arvo Pärts Werk "Fratres", das der Komponist gemeinsam mit Barrueco für Gitarre, Streicher und Schlagzeug bearbeitet hat. In diesem Stück kommt der warme Ton Barruecos wunderbar zur Geltung: Während die Streicher sphärische Klangreihungen im "legato" erzeugen, arpeggiert Barrueco die Akkorde, setzt hin und wieder Akzente mit filigran gezupften Einzeltönen. Eine geheimnisvolle Klangwelt entsteht, die das Publikum so gefangen nimmt, dass es sekundenlang regungslos verharrt, nachdem der letzte Ton verklungen ist.

Temperament zeigt Barrueco in zwei Tangos von Astor Piazzolla, besonders in "Verano Porteño": Mit rasend schnellen Läufen leitet der Gitarrist das Stück ein, um schließlich über den Tangorhythmus die Melodie wunderschön herauszuheben. Seinen herrlichen Klang noch einmal voll ausspielen kann Manuel Barrueco in dem ihm gewidmeten Konzert "Folias" von Roberto Sierra. Schön, wie er das Thema, eine sangliche Melodie, da variiert, mal in flotten Läufen, dann in innigem Dialog mit verschiedenen Holzbläsern. Schade nur, dass das Orchester, nachdem es eine Mozart-sinfonie voller Verve interpretiert hat, sich beim Sierra-Konzert etwas schwer tut und einige Male ins Trudeln gerät. Doch Barrueco lässt sich davon nicht stören, lenkt das Werk immer wieder in die richtige Richtung und erntet für sein Spiel begeisterten Applaus.

Zwei Zugaben, darunter das Stück "La comparsa" von Ernesto Lecuona, spielt Barrueco für sein Publikum, das sicherlich gerne noch mehr gehört hätte. Doch Barrueco gibt das Zeichen zum Aufbruch, indem er mit einem verschmitzten Lächeln seine Fußstütze zum Gruß in die Höhe reckt und unter dem Beifall seiner Zuhörer die Bühne verlässt.


Jazz mit viel Kopf und Herz beim Pfingstseminar

Manfred Nitsche, Rhein-Zeitung vom 18. Mai 2005

Zu Gast im Café Hahn: "Philip Catherine Trio" und Gäste auf der Bühne - Viel Abwechslung, aber immer wunderbare Musik

KOBLENZ. Jazzfestivals werden zurzeit wieder besser besucht, Plattenfirmen machen den Jazz jünger und bringen ihn in die Charts. Auch Jazzfreunde in Kob-lenz und Umgebung kommen verstärkt auf ihre Kosten. Erst der Bundeswettbewerb "Jugend jazzt", nun im Rahmen des 13. "Internationalen Pfingstseminars - Koblenz Guitar Festival" das "Philip Catherine Trio" im Café Hahn.

Nachdem schon Sigi Busch und Michael Küttner wegen "Jugend jazzt" in Koblenz waren, eröffnet der Belgier Catherine zusammen mit Frank Haunschild den Abend. Der diplomierte Jazzgitarrist zeigt, dass er sein Standardwerk "Die neue Harmonielehre" auch verinnerlicht hat. Eine exquisite Version von Dave Brubecks "In your own sweet Way" sorgt für Frühlingsgefühle im Dauerregen. Beim dritten Stück, Ralph Towners "Tramonto", greift Catherine das erste Mal zum Handtuch. Der Mann ist mit Leib und Seele dabei: mal sitzend, mal stehend, mit dem Oberkörper hin und her schaukelnd, flachsend, feixend. Eine feurige Version von Antonio Carlos Jobims "Wave" begeistert das Publikum. "Und dieses Stück hat Philip erst gestern gelernt", erzählt Haunschild.

"Postman" hatte es eilig

Wenn´s denn stimmt: Catherine spielt hier wie auch in den Eigenkompositionen eine Gitarre, die sich nicht entscheiden will zwischen der jazzigen und der melodiösen Seite und doch immer wieder wunderbare Musik produziert. Richtig zur Sache kann es aber natürlich erst zusammen mit Bass und Schlagzeug gehen. "Give a warm Welcome to the Pat Metheny Trio", scherzt Haunschild. Fängt "Pink Circus" noch etwas verhalten an, beschwingt, weich und warm, hat es der "Postman" ganz schön eilig. Mit einer sehr starken, fantastisch eingespielten Rhythmussektion im Rücken ist der Briefträger flott unterwegs.

Philipp Aerts am Bass und Mimi Verderame am Schlagzeug sorgen für Druck, ohne das Subtile zu vernachlässigen. Die Band ist homogen, in ständigem musikalischen Dialog untereinander und trotzdem mit ungeheurer Leichtigkeit ausgestattet. Philip Catherine lässt Melodie und Technik von Django Reinhardt sowie den Jazzrock der 70er-Jahre in seinen Stil einfließen. Melodischer Aufbau, hoch gefühlvolle, abwechslungsreich konstruierte Soli, unterstützt durch perfekten Swing, das ist Jazz mit Kopf und Herz. Auch beim etwas schwermütigeren "Letter from my Mother" schaut der Groove jederzeit um die Ecke.

Die "Dritte Hälfte" furios

Dann "die dritte Hälfte" wie Frank Haunschild es beschreibt, nun wird zu viert musiziert. Mit einem Paukenschlag geht es los. Das entrückt-meditative "Pourquoi" von Philip Catherine mündet in einen munter groovenden Jazzstandard und bildet auch wieder den Schluss. Wunderbar. Bei John Scofields "Keep Me in Mind" gibt es dann noch einmal Gelegenheit zum Austoben. Stark beklatschte Soli reihum.

Stark beklatscht werden auch die Organisatorinnen des Pfingstseminars, die der Leiter Georg Schmitz ehrt. Ein sehr angemessener Rahmen.


Romeros Begeisterung steckt Schüler an

Christiane Hausding, Rhein-Zeitung vom 17. Mai 2005

Öffentliche Meisterklasse: Nachwuchsmusiker und Zuhörer erlebten besondere Gitarrenlektion

KOBLENZ. Ein wenig scheu wirkt die junge Gitarristin Agnes Condamin, als sie auf das Podium im Konzertsaal der Musikschule tritt. Die junge Künstlerin ist eine von sechs Nachwuchskünstlern, die an diesem Pfingstsonntag im Rahmen des IPS Koblenz Guitar Festival eine Gitarrenlektion von dem großen spanischen Gitarristen Pepe Romero erhalten.

"Woher kommen Sie?", fragt Romero Condamin freundlich in seinem gepflegten Englisch. Aus Frankreich, erzählt Condamin, ein kleines Gespräch entspinnt sich, und die junge Musikerin entspannt sich sogleich.

Die "public masterclass" - die öffentliche Meisterklasse - bei der auch rund 100 Zuschauer anwesend sind, kann beginnen: Romero sitzt zunächst vor der Bühne, lauscht konzentriert Condamins Vortrag, einer "Cadenza" von Heitor Villa-Lobos. Der letzte Ton verklingt, Romero lobt. Er setzt sich neben die Gitarristin und lässt sie die Melodie des Stückes noch einmal ganz langsam spielen. Jeden einzelnen Ton kommentiert er mit einem zustimmenden "yes" oder einem "no", wenn er seiner Meinung nach nicht weich genug erklingt. Sie solle die Saiten mit mehr Liebe zupfen, rät Romero seiner Schülerin und gibt ihr dabei zu bedenken, dass der nächste Ton immer aus dem vorherigen entstehen muss: "One sound ist the mother of the next sound."

Wenn Romero von der Sanftheit eines Tones und der Liebe zum Gitarrenspiel spricht, leuchten seine Augen und er strahlt über das ganze Gesicht. Diese Begeisterung überträgt sich auch auf seine Schüler, etwa auf Samuel Klemke, der nach seinem Unterricht bei Romero begeistert erzählt: "Es war hoch motivierend. Toll, wie er den Schüler in die richtige Richtung lenkt." Um den jungen Musikern klar zu machen, was er von ihnen möchte, erklärt Romero äußerst anschaulich und - sehr zum Vergnügen von Schülern wie Zuschauern - mit viel Humor.

Als er etwa dem jungen Vladimir Gorbach rät, er solle bei seiner Interpretation des "Rondoletto" von Mauro Giuliani an seine Freundin denken, um seinem Spiel noch einen Tick mehr Romantik zu verleihen, belässt es Romero nicht bei Worten. Sogleich schlüpft er in die Rolle der Freundin und tut so, als ob er Gorbach anhimmele. Da muss nicht nur der junge Gitarrist lachen, sondern auch Romero und mit ihm der ganze Saal.

Weitere wertvolle Ratschläge folgen, schließlich spielt Gorbach das "Rondoletto" noch einmal. Am Ende noch eine kleine Korrektur an einem Triller und Meistergitarrist Pepe Romero strahlt zufrieden: "That´s it."


Russells Ausdruckskraft grenzt an Magie

Christiane Hausding, Rhein-Zeitung vom 14. Mai 2005

Grammy-Gewinner gastierte mit Werken aus Spanien und von Edvard Grieg beim Gitarrenfestival

KOBLENZ. Für sein Album mit lateinamerikanischer Gitarrenmusik erhielt Gitarrist David Russell in diesem Jahr einen Grammy-Award. Jetzt wurde der Weltklassemusiker in Koblenz gefeiert, als er ein Solokonzert im Rahmen des "Internationalen Pfingstseminars - Koblenz Guitar Festivals" gab. Rund 250 Menschen verzauberte Russell im voll besetzten Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle mit spanischen Gitarrenstücken und Werken des Norwegers Edvard Grieg.

Russell spielt meisterhaft, seine Technik ist brillant: Selbst in schnellsten Läufen geht kein einziger Ton verloren. So auch in der temperamentvollen "Rondeña" des Spaniers Regino Sainz de la Maza, in dem die Klänge nur so heraussprudeln, bisweilen unterbrochen von isoliert hintereinander gesetzten Akkorden. Im Kontrast dazu die ein wenig melancholisch anmutenden Stücke des Norwegers Edvard Grieg, die zunächst ein wenig ungewohnt auf der Gitarre wirken.

Doch schnell stellt sich heraus, dass die nordische Schwere dank Russells gefühlvollem Spiel mit dem Saiteninstrument, das man sonst eher mit südlichen Klängen verbindet, eine wunderbar harmonische Verbindung eingehen kann.

Virtuose Klangeffekte erzeugt Russell in der "Guajira" von Emilio Pujol: Da spielt er die verschiedenartigsten Töne, von dumpf über strahlend bis hin zu scharf klirrenden Geräuschen. Doch was sein Spiel neben all der perfekten Technik und Vielseitigkeit so einmalig macht, ist die magische Ausdruckskraft des Gitarristen, die er in jedem Stück zu entfalten weiß. In besonderem Maße wird dies in transparent gesetzten Werken deutlich. So strahlen etwa die transkribierten Bach-Choräle einen unvergleichlichen Glanz aus, besonders "Jesu bleibet meine Freude": Da lässt Russell die Melodie leuchten, eingebettet in eine dezente Begleitung, die nur dann in den Vordergrund tritt, sobald eine Choralphrase verklungen ist. Wunderbar schlicht interpretiert Russell auch die barocke Suite von Jacques de Saint-Luc: Da lässt er die Melodie der Allemande perlen und begeistert in der Gigue mit einem wirkungsvollen Kontrast von kräftig gespieltem Motiv, das anschließend noch einmal leise als zartes Echo erklingt.

Und erst die getragene Sarabande: Sie strömt gerade in ihrer Unaufgeregtheit eine ungeheure Faszination aus, die auszuüben sicherlich nur wenige Musiker im Stande sind.


Der Spurensucher

Bernhard Wibben, Rhein-Zeitung vom 13. Mai 2005

Aniello Desiderio beim Gitarrenfestival Koblenz

KOBLENZ. Sein erstes Konzert gab Aniello Desiderio bereits im Alter von acht Jahren. Mittlerweile gehört der 1971 in Neapel geborene Virtuose zur ersten Garde der Klassikgitarristen. Erste Preise gewann er weltweit bei allen namhaften Festivals. Auch beim Koblenz Guitar Festival ist Desiderio nicht zuletzt wegen seiner filigranen Spielweise ein gern gesehener Solist und Dozent.

Auch in diesem Jahr: Sein Solorecital gerät zu einer Sternstunde der Gitarristik. Optimal vorbereitet und mit einer absolut genialen und präzisen Technik bringt er sein Instrument zum Klingen. Da filtert er aus Scarlattis "Tre Sonate" die Basslinien heraus, ohne die virtuosen Umspielungen zu vernachlässigen und erzeugt im Zusammenklang immense Synergieeffekte. Liebevoll sein Umgang mit dem zweiten Teil dieses Werkes, dem er tausende gespielte Noten in faszinierender Leichtigkeit folgen lässt. Seine Umsetzung von Mauro Giulianis viel gespielter "Rossiana 5" setzt neue Akzente. Durchdacht arbeitet er die Rossini-Themen heraus, die strahlen wie funkelnde Kristalle.

Desiderio ist Spurensucher, ergründet die experimentellen Ansätze in d'Angelos "Due Canzone Lidie" und verhilft den Satzbezeichnungen Tranquillo und Agitato zu ihrer ursprünglichen Bedeutung. Kaum ein Atemzug ist im Auditorium zu hören, wenn Desiderio die dynamischen Feinheiten und die rhythmischen Miniaturen in Fallas Hommage an Debussy ergründet. In allen Facetten spielt er mit Farben des Klanges, setzt Pausen dort, wo es ihm und dem Werk gemäß ist - und den Zuhörern lieb.

Was dieser Gitarrist an diesem Abend aus seiner Gitarre zaubert, grenzt ans Unglaubliche. Treffend setzt er den Schlussstrich des Programms mit dem "Capriccio Diabolico" von Castelnuevo-Tedesco. Dieses Paganini gewidmete Stück spielt er - Gott sei Dank - teuflisch gut.

Diesmal hat sich der italienische Virtuose selbst übertroffen, markiert seine Extraklasse und entlässt seine Zuhörer nach den Zugaben staunend in einen lauen Maiabend.


Internationales Flair beeindruckt

Tim Kosmetschke, Rhein-Zeitung vom 12. Mai 2005

Pfingstseminar begann mit einem Empfang im Rathaussaal - Hubert Käppel stellte Zeitgenössisches von neuer CD vor

Mit einem Empfang im Historischen Rathaussaal hat das 13. Internationale Gitarren-Festival in Koblenz begonnen. Dabei standen nicht wohlfeile Reden im Mittelpunkt, sondern - natürlich - die Musik: Hubert Käppel, der eng mit Koblenz und dem Festival verbundene deutsche Top-Gitarrist, stellte Stücke von seiner demnächst erscheinenden CD vor. Darunter ein Werk des Koblenzer Komponisten Georg Schmitz, der auch das Festival leitet.

KOBLENZ. Und wieder stehen die Nischen und Ecken des Rathauses voller Gitarrenkoffer, sind überall in der Stadt junge Menschen mit Gitarrentaschen auf dem Rücken zu sehen, erklingen in den Räumen der Musikschule sechs Saiten allerorten - das "Internationale Pfingstseminar - Koblenz Guitar Festival" hat begonnen. Und zum Festivalstart gab es einen Empfang im Rathaus, der eindrucksvoll die Bedeutung und das internationale Flair des Festivals unter Beweis stellte.

Beispielsweise dadurch, dass Kulturdezernent Detlef Knopp seine Begrüßung nicht nur auf Deutsch, sondern gleich noch auf Englisch und Französisch sprach - schließlich kommen die Teilnehmer des Pfingstseminars, das noch bis Montag Konzerte, Meisterkurse und einen Wettbewerb in Koblenz bietet, aus 35 Nationen und von fast allen Kontinenten. "Das Festival schreibt seit 13 Jahren an seiner Erfolgsgeschichte", lobte Knopp die Festivalmacher um Georg Schmitz, der gleich mit Spontanapplaus bedacht wurde. Knopp unterstrich die Entstehung des Festivals aus der Musikschule heraus - und fand anerkennende Worte für die städtische Einrichtung. Er dankte den Sponsoren und Förderern vom Land über die Koblenz-Touristik bis zur Sparkasse und Lotto Rheinland-Pfalz.

Noch einmal Jubel gab es, als Hubert Käppel samt Gitarre den Weg zum Podium im Rathaussaal antrat - der weißhaarige Meistergitarrist ist so etwas wie der Nestor des Festivals. Nicht nur wegen seiner Lehrtätigkeit an der Koblenzer Gitarrenakademie, die ebenfalls von Georg Schmitz geleitet wird, pflegt er eine enge Verbindung zu Koblenz und zum Festival.

Beim Eröffnungsempfang stellte Käppel Stücke aus seiner neuen CD vor, die demnächst erscheint. Und darunter: die Fantasie des Komponisten Georg Schmitz, ein "kompliziertes Stück", so Käppel, ausdrucksstark, mit Anklängen der Spätromantik versehen und gewürzt mit atonalen Klängen. Staunen machte auch Käppels Interpretation von "El Cimarrón" von Hans-Werner Henze: Käppel überraschte mit eindrücklichen Klangexperimenten auf der Gitarre, spielte die Saiten kurz mit einem Bogen, klopfte Rhythmen auf dem Holz, sprach dazu Textfragmente über die Flucht des kubanischen Sklaven Esteban Montejo. Hektik, Nervosität, Wut, aber auch Freiheitswillen und Freiheitsfreude wurden lautmalerisch, klangbildlich spürbar.

Danach war es für Alfons Moritz vom Mainzer Kulturministerium leicht darstellbar, welche kreative Energie, welche stilistische Vielfalt und Innovationskraft ein solches Festival auslöst - und somit, wie gerne das Ministerium das Festival fördert. Das Pfingstseminar sei ein Paradebeispiel, sei nicht nur "ein Event", sondern ein dauerhaftes attraktives Angebot. Von einer "Inspiration" sprach schließlich auch Jury-Präsidentin Therese W. Saba begeistert.


Ein Musik-Traum

Bernhard Wibben, Rhein-Zeitung vom 12. Mai 2005

Dale Kavanagh bot die Vielfalt der Gitarristik

KOBLENZ. Die Zuhörer versinken an diesem Abend einfach in Musik. Dabei wird selbst der Stellenwert der dargebotenen Stücke nebensächlich. Beim Eröffnungskonzert des 13. "Internationalen Pfingstseminar - Koblenz Guitar Festival" betritt Dale Kavanagh die kleine Bühne des Historischen Rathaussaals, um ihre Zuhörer in den vollbesetzten Stuhlreihen mitzunehmen auf eine Reise in die Schönklänge der Gitarristik.

Es ist ihr erster Auftritt in Koblenz - und es wird nicht ihr letzter sein. Dale Kavanagh ist eine Lyrikerin auf der Gitarre, die sie virtuos beherrscht. Und eine Romantikerin dazu, die sich kontemplativ die Werke zu Herzen nimmt und sie mit Herz interpretiert. Den Komponisten Carlo Domenico hat sie gleich doppelt ins Programm genommen, setzt im Spielen die ungeheure Dynamik des "Triptychon" frei, meditiert den zweiten Satz "Intonazione" und spürt den Bach"schen Inspirationen nach. Die vereinigen sich mit Einflüssen von Powell oder Villa-Lobos.

Das Liedhafte liegt dieser Interpretin, etwa dann, wenn Melodik und Fröhlichkeit sich in Ruiz-Pipos "Cancion y Danza" begegnen oder die Hoffnungslosigkeit in Rodrigos "Invocation e Dance" immer wieder durch Dreiviertel- und Vierviertel-Tänze durchbrochen wird. Das Volksliedhafte zelebriert Dale Kavanagh in ihren eigenen Bearbeitungen eines alten Liedes ihrer Heimat Neuschottland/Ka-nada ("Briny Ocean Toss") oder der Auseinandersetzung Robinovitchs mit "Kol Nidre" aus der Jom-Kippur-Zeit. Applaus aber bekommt diese Gitarristin nicht nur am Schluss. Bejubelt wird auch ihre Komposition, bei der sie die Klangfarben der "Contemplation" verfügbar macht und im furiosen Abschluss "A la Fueco" dafür sorgt, dass sich Energie freisetzen kann.

Das alles aber haben die Zuhörer nur am Rande wahrgenommen. Wirklich berauscht sind sie an diesem Abend von einer Virtuosin, die Musik traumhaft verwirklichen kann.


"Zentrum der Gitarristik"

Tim Kosmetschke, Rhein-Zeitung vom 6. Mai 2005

Internationales Pfingstseminar beginnt am Montag - Top-Stars der Sechs-Saiten-Welt sind dabei

Mehr als 200 Studenten aus 35 Nationen, 20 öffentliche Veranstaltungen in einer Woche, 20 Virtuosen von hervorragendem, teils internationalem Ruf: In seinem 13. Jahr sind die Dimensionen des "Internationalen Pfingstseminars - Koblenz Guitar Festival" noch ein bisschen gewachsen. "Wir sind ein Zentrum der Gitarristik", können die Organisatoren um Georg Schmitz deshalb nicht ohne Grund sagen. Mit einem Empfang und der CD-Präsentation von Prof. Hubert Käppel geht es am Montag, 9. Mai, los.

KOBLENZ. "In Zeiten, in denen die musikalische Hochkultur zunehmend zur gesellschaftlichen Selbstinszenierung missbraucht wird - und dies mit bedenklichen Auswirkungen auf die Inhalte - hat das Internationale Pfingstseminar Koblenz unbeirrt und zielstrebig seinen Charakter als spezialisiertes Festival entwickelt", schreibt Kulturminister Jürgen Zöllner in seinem Vorwort zum Programmheft des "Koblenz Guitar Festival", das am kommenden Montag beginnt. Georg Schmitz lächelt und stimmt zu: "Das ist genau das, worum es uns geht", sagt der Festival-Leiter.

Jetzt stellte Schmitz gemeinsam mit der Koblenz-Touristik und seinen Mitstreitern Dr. Klaus Heinen und Hans-Peter Lörsch (Musikschule) das Programm des 13. Festivals vor - wieder ein Treffen der Weltspitze der Gitarrenmusik mit dem weltweiten talentierten Nachwuchs bei einigen Konzerten und in Meisterklassen.

"Wir spielen in der ersten Liga der Festivals", sagte Lörsch bei der Programmpräsentation. "Wir sind ein Zentrum der Gitarristik", meinte Heinen. "Das Festival ist ein Grundpfeiler im Bereich der hochkarätigen Veranstaltungen in Koblenz", lobte Dirk Schulz (Koblenz-Touristik).

Tatsächlich haben sich wieder die Top-Virtuosen der Sechs-Saiten-Welt angekündigt, die Konzerte im Rathaussaal und im Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle geben. Dort wartet auch ein besonderes Erlebnis auf: Gitarrist Manuel Barrueco gibt nicht nur gemeinsam mit einem Kammerorchester der Rheinischen Philharmonie ein Konzert, Interessierte können zudem bei einer "Public Masterclass", bei einer öffentlichen Meisterklasse, miterleben, wie der Virtuose den Nachwuchs unterrichtet.

"Klassik, Jazz, Neue Musik", umreißt Georg Schmitz den Bogen des Festivals, zu dem auch ein Wettbewerb gehört.


Weltstars der Gitarrenmusik spielen in Koblenz

Rhein-Zeitung vom 6. Mai 2005

KOBLENZ. Mit einem erneut absolut hochkarätigen Programm startet am Montag, 9. Mai, das 13. "Internationale Pfingstseminar - Koblenz Guitar Festival". Bis zum 16. Mai gibt es dann Konzerte von weltweit gefeierten Gitarrenvirtuosen, Meisterkurse, einen Wettbewerb für klassische Gitarristen sowie einige Besonderheiten zu erleben. "Künstler aus aller Welt sorgen für internationales Flair", sagte Dirk Schulz von der Koblenz-Touristik bei der Programmpräsentation des Festivals, das maßgeblich von Georg Schmitz (Musikschule, Leiter der Gitarrenakademie Koblenz) organisiert wird. Im Rathaussaal und in der Rhein-Mosel-Halle greifen die Weltstars in die sechs Saiten: Grammy-Gewinner David Russell, Manuel Barrueco (gemeinsam mit Mitgliedern der Rheinischen Philharmonie), Pepe Romero, Aniello Desiderio und andere. "Wir sind mittlerweile eines der größten Gitarrenfestivals in der Welt, und auch die Studenten kommen aus fast allen Kontinenten", meinte Dr. Klaus Heinen vom Organisationsteam.


Grammy für Gitarrist David Russell

Rhein-Zeitung vom 22. April 2005

Der englische Gitarrist David Russell, den Koblenzer Musikfreunden bekannt als mehrmaliger Solist des IPS Koblenz-Guitarfestivals und Beiratsmitglied der Gitarrenakademie, hat den Grammy Award 2005 für die beste klassische Soloplatte erhalten. David Russell nahm den Grammy in Los Angeles bei der 47. Grammy Awards Ceremony für sein Album "Aire Latino: Latin American Music for Guitar" unter großem Beifall entgegen. Am Donnerstag, 12. Mai, können Musikfreunde den Grammygewinner "live on stage" innerhalb des 13. Internationalen Pfingstseminars im Kammermusiksaal der Rhein-Mosel-Halle erleben.

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